BVBB Bürgerverein Berlin Brandenburg e.V.

Wenn die Flugzeuge über die Viertel der Wohlhabenden fliegen, werden aus Vielfliegern Flughafengegner.
Der heilige Florian, ein im Jahre 304 verstorbener Märtyrer der Kirche, ist zum Namenspatron für das Prinzip geworden, eine allgemeine Regel mit aller Entschiedenheit von jenem Spezialfall zu trennen, in dem man selbst betroffen ist. „Oh heiliger Sankt Florian / Verschon unser Haus / Zünd andere an“, pflegten Bauherren früher bisweilen über ihren Türbalken zu schreiben.
Nirgendwo lässt sich das Floriansprinzip eindrücklicher beobachten als in Gegenden, in denen es einen großen Flughafen gibt – der im Idealfall gerade erweitert wird. Nehmen wir als Beispiel Frankfurt, das gerade eine neue Landebahn bekommen hat und um ein Nachtflugverbot ringt, und Berlin, dessen neuer Großflughafen Schönefeld nach wie vor die Gemüter erhitzt. In beiden Städten stehen die Vorteile eines erweiterten Flughafenangebots (Arbeitsplätze, Bequemlichkeit) den Nachteilen durch Lärm und Umweltbelastung entgegen.
Auffällig ist nun, wie die Zustimmung zu Erweiterung und nächtlichen Flügen unmittelbar mit der Frage korreliert, ob das Haus der befragten Person nach dem jeweiligen Stand der Planung in der Nähe der Flugrouten liegt – oder weit davon entfernt. Und zwar unabhängig davon, welche politische Meinung die Person hat, wie sie vorher über das Projekt dachte, welcher gesellschaftlichen Schicht sie angehört – und welche logistischen Vorteile sie vom erweiterten Flughafenangebot hat.
weiterlesen...