BVBB Bürgerverein Berlin Brandenburg e.V.

Absiedlung von durch Abstürze betroffenen Gemeinden ist die Forderung der Stunde

Die Beinahe-Katastrophe der Bruchlandung des „Rosinenbombers“ (19.06.10; 14:45 Uhr) bestätigt den BVBB, der -auch nach den Erfahrungen dreier vorhergehender Abstürze zwischen 1970 und 1989- im Bereich des Flughafens das Risiko in Schönefeld den BBI zu bauen als unverantwortlich bezeichnet hatte. Den politischen Entscheidern für die Standortfestlegung war sehr wohl bekannt, wie hoch das Risiko eines Standortes zwischen den Siedlungbändern Großbeeren,Blankenfelde-Mahlow und Müggelheim ist. 90% aller Flugzeugabstürze fanden weltweit genau in der Region statt, die von der Entfernung von Start – und Landebahnen mit diesen Siedlungsbändern identisch sind.
In unverantwortlichem Leichtsinn wurden zur Beruhigung der betroffenen Bevölkerung Risikoscenarien propagiert, mit denen sich die Verantwortlichen aus der Affaire ziehen wollten. Dabei sollte wohl der Eindruck erweckt werden: es passiert schon nichts! Spätestens mit der Bruchlandung haben sich diese Scenarien als Hirngespinste entlarvt. In Wahrheit stand hinter diesen „Beruhigungspillen“ das Motto: Lassen wir es drauf ankommen, es wird schon nichts passieren. Wowereit und Platzeck, als die Hauptverantwortlichen dieser verantwortungslosen „Sicherheitsphilosophie“, müssen nun die Frage beantworten, ob in dem Risikobereich von Abstürzen noch Menschen wohnen dürfen und neben dem gesundheitsgefährdendem Lärm, der Umweltverschmutzung auch noch die ständige Angst um Katastrophen ihr Leben bestimmen soll.
Der BVBB bleibt dabei: es muss zum Schutze der Anwohner in der Katastrophenregion im großem Stil abgesiedelt werden, erklärte die Vorsitzende, Astrid Bothe. Wenn diese Forderung im Interesse von finanziellen Vorteilen negiert wird, müssen die Verantwortlichen vorsorglich darauf hingewiesen werden, dass sie im Falle einer wirklichen Katastrophe, im Wissen um die Eintrittswahrscheinlichkeit, auch strafrechtliche Verantwortung tragen.
Es kam durch unglaubliches Glück und das mutige Verhalten des Flugzeugführers bei der Bruchlandung des „Rosinenbombers“ zwischen Selchow und den Start – und Landebahnen des BBI – Schönefeld nicht zu einer unübersehbaren Katastrophe. Offensichtlich ausgelöst durch einen Totalausfall eines Triebwerks des für Rundflüge eingesetzten Flugzeugoldtimers aus dem Jahr 1944, musste der Flugzeugführer nach dem Start  mit einem mutigen und gewagten Flugmanöver über der Gemeinde Selchow einen Absturz des Flugzeuges verhindern. In nur wenigen Metern Flughöhe über Dächern von Wohnhäusern und Scheunen gelang dann die Bruchlandung unmittelbar hinter der Umgehungsstraße Selchow – BBI, auf dem Baugelände des Flughafens. Dabei konnte der Flugzeugführer nicht nur den Absturz über Selchow sondern auch einen Überschlag des Flugzeuges verhindern, bei dem mit Sicherheit nicht nur Verletzte sondern auch Tote unter den 25 Passagieren und 3 Besatzungsmitgliedern zu beklagen gewesen wären.

 

Kristian-Peter Stange
BVBB-Pressesprecher

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