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Leserbriefe an die Presse

Hier lesen Sie Leserbriefe und Briefe an Vertreter des öffentlichen Lebens.

An den RBB zu Mehdorn stellt sich

Sehr geehrte Damen und Herren,

es ist einfach unmöglich gelaufen, und ich hoffe, dass es davon keine Neuauflagen geben wird.

Wie können Sie dem gewieften Fuchs in Sachen eitler Selbstdarstellung eine solche Bühne bieten, ohne ihn auch nur ansatzweise 'sanft' zu rügen für seine Lügen und falschen Darstellung von Faktenlagen?

Es dürfte sich inzwischen auch bis in den letzten Winkel des rbb herumgesprochen haben, um mal nur einen Punkt anzusprechen, welche rechtliche Situation insbesondere im BER-Schallschutz seit Planfeststellung 2004 besteht.

Dennoch lassen sie Herrn Mehdorn unwidersprochen seine Märchen in voller epischer Breite erzählen, die dann in der ganzen Region von Zuschauern als 'amtlich' begriffen werden können. Eine öffentlich rechtliche Anstalt muß einfach in solchen Fällen klare Kante zeigen und Richtigstellen!

Der Tagesspiegel macht Ihnen vor, wie das gehen könnte:
http://m.tagesspiegel.de/berlin/flughafen-ber-faktenzeichen-xy/9604582.html

Ich habe hilfsweise in dieser Situationan an Herrn Mehdorn geschrieben. Eine Kopie dessen gebe ich im Anhang mit.

Mit freundlichen Grüßen
D. Günther aus Mahlow

Ihr rbb-Gespräch....und nun müssen Sie mich mal aushalten!

Sehr geehrter Herr Mehdorn,

Teile des Gewölles an für die FBB Unverdaubarem, das Sie sich gestern im TV-Gespräch herausgewürgt haben, dürfen nicht unkommentiert so stehen bleiben.
Selektieren wir einmal nur drei interessante Inhaltsstücke Ihres Speiballens:
1-- Wenn Sie sagen, es gebe keine Kostenexplosion am BER, weil der Flughafen doppelt so groß wie ursprünglich geplant gebaut worden sei, dann lassen Sie das Ihnen innewohnende Milchmädchen heraus!
Der BER war mit 1,7 Mrd €, nach Ihren Worten in halber heutiger Größe geplant und 2006 in Bau gegangen. Selbst wenn man Ihren Worten Glauben schenken könnte, läge das Doppelte der Kosten, nach Adam Riese und Proportionalität vorausgesetzt bei etwa 3,4 Mrd Euronen. Sie palabern aber bereits in aller Ruhe von mehr als 5 Mrd Kosten, in Ihrer Arithmetik also von etwa dem Dreifachen(!) Flughafen für die Fertigstellung des BER-Ünglücksprojektes volkswirtschaftlichen Ausmaßes. Insofern können wir wohl eher von einer Implosion Ihrer Argumentation ausgehen!
Herr Mehdorn, Sie und Ihre Vorgänger bauen keinen größeren Flughafen, Sie bauen für die avisierten Gewinnträume im Non Aviation-Bereich eine Frittenbude gehobenen Standards, eine shopping mall zur Befriedigung der hochfliegenden Träume Ihrer Flughafengesellschaft. Was Flughäfen mit Wachstum wirklich aushalten, zeigt Ihnen der 'Doppelte TXL' - zum halben Preis.
2-- Ihren neuerlich ausgebreiteten Albtraum, indem Sie sich mal wieder in grandioser Fehlinterpretation weideten, dass das OVG-Berlin-Brandenburg in seinem Urteil nun neue und für die Anwohner bessere Schallschutzkriterien verfügt hätte, ist eine Geschichte aus '1000-Und-Einer-Nacht', der Welt der Sagen, Märchen und Mythen und Sie scheuen nicht einmal davor zurück solche Lügen dreist öffentlich zu äußern.
Diese Äußerungen lassen nur einen Schluß zu: Ihre große Unkenntnis der BER-Geschichte vom Planfeststellungsantrag über die Anhörung dazu, die Planfeststellung und alle, bis zum o.g. Urteil folgenden Protokolle, Feststellungen und Urteile in der Sache ist immens. Wovon redeten Sie, als Sie sich repetierend selbst im Modus 'Gebetsmühle' befindent, insbesondere den Moderatoren Hermel und Platt Vorwürfe machten?
Sie steuern mit Freude auf 45 Mio. Passagiere am BER zu. Schallschutz nach Planfeststellungsbeschluß kann Ihre Gesellschaft nach eigenen Angaben in mehr als der Hälfte der betreffenden Objekte nicht leisten, weil die sogenannte Kappunggrenze - 30% des Verkehrswertes der Immobilie - mit den Kosten des erforderlichen Schallschutzes überschritten würde.
Da zaubern Sie flugs noch einen 'neuen' Hasen aus dem Hut, einen 'Schallschutzbezogenen Verkehrswert', der die Betroffenen ohne Schallschutz mit einem Teilbetrag des wahren Verkehrswertes ihrer Immobilie in Geld allein in der Lärm- und Abgashölle zurücklassen soll! Nachtflugverbot 22-06 Uhr? Nein, 24h-Betrieb wird aufgesattelt!
Der 'Gute Nachbar Flughafen' ohne jede Empathie für seine Nachbarn. Das ist die Realität und obendrein erwartet Sie auch noch Akzeptanz bei den Anrainern - geht's noch?
3--Zitat: "So, was wir jetzt gelernt haben und das auch erst im Dezember und im Januar, dass da zusätzliche Anforderungen an uns gestellt werden.....Wir prüfen noch, weil wir gar nicht wissen, endgültig wissen, was bedeuten die neuen Bedingungen, die wir da zu erfüllen haben. Da geht's darum, dass wir zusätzlich zu den Schallschutz-Fenstern z.B. Belüftung, Belüftungskonzepte vorsehen müssen und in den Häusern, wo es notwendig ist dann dies auch umgesetzt werden muß."
So, so, neue Bedingungen also? Herr Mehdorn, es ist sicher nicht alltäglich zu erleben, das jemand Bedingungen, die seit 2004 im Planfeststellungsbeschluss, also seit ca.10 Jahren bestehen ganz überrascht und verwundert als 'neu' deklariert. Damit dürften Sie mal wieder einen überzeugenden P&A-Treffer in Selbstdarstellung gelandet haben!
Die Flughafengesellschaft hatte bereits lange vor Baubeginn und Planfeststellung, im November 1999 die Anrainer des BER vollmundig über die Funktion von Schalldämmlüftern umfassend in ihrer Zeitung AIRPORT Ausgabe 2 im Artikel ' Was bringen Schalldämmlüfter? 'informiert. Wie konnte dieses Wissen um die Lüfterproblematik und die relevanten Festlegungen im Planfeststellungsbeschluss von 2004 dazu zwischenzeitlich in der Flughafengesellschaft so verschüttet werden? Die von Ihnen angesprochenen 'Hürden' in der Sache bestehen seit mindestens 10 Jahren. Nur, die FBB war all die Jahre über nicht gewillt sie zu überspringen!
Fazit:
Es gelingt nicht einmal den Fakten, Sie von Ihren vorgefassten Meinungen abzubringen oder Ihren Kenntnisstand zu aktualisieren. Ihr Wahrnehmungsvermögen ist subjektiv, äußerst selektiv geprägt und in extensio partiell bis hin zum Realitätsverlust getrübt, so hat es den Anschein.
Die naheliegende Alternative dazu möchte ich hier nicht weiter ausführen....
Herr Mehdorn, Sie sind als Freund 'klarer Worte' bekannt und so beende ich meine klaren Worte an Sie
mit freundlichen Grüßen
D. Günther aus Mahlow

Bombas Kompromiss ist Verordnung

Sehr geehrter Herr Bomba,

gerade habe ich den Beitrag von Thomas Rautenberg über Ihr Zusammentreffen mit Teilnehmern der Mahnwache vor Ihrem Ministerium am vergangenen Dienstag auf den rbb-Seiten

http://www.rbb-online.de/politik/thema/Flughafen-BER/BER-Aktuelles/akteure_aktuell/wie-ein-fehlalarm-nachtfluggegner-ins-ministerium-spuelt.html

gelesen.

Herr Bomba, Sie werden dort u.a. mit folgenden Worten zitiert:

'Der Kompromiss, eine halbe Stunde hier oder eine halbe Stunde dort, wäre im Grunde genommen vielleicht noch machbar.'

Ich möchte Sie gern bitten, nicht weiterhin verklärend von Kompromissen zu sprechen, wenn zwei oder mehrere Parteien sich zu einem Gegenstand ihrer Verhandlungen einigen, der Menschen betrifft, die an diesen Verhandlungen nicht beteiligt sind, nicht daran teilnehmen dürfen aber vom Verhandlungsergebnis direkt betroffen sind. So etwas ist kein Kompromiss, das ist ein Verordnen und ein Vergewaltigen!

Im Ergebnis Direkter Demokratie, dem Volksbegehren Nachtflugverbot in Brandenburg wurde die Forderung nach Einhaltung der gesetzlichen Nachtruhe gemäß Emissionsschutzgesetz von 22:00 bis 06:00 Uhr erhoben und kein Halbstundendeal gefordert!

Wäre es da nicht für die Politik an der Zeit, den Willen des Souveräns zu respektieren? Zumal mit dem am Quorum in Berlin gescheiterten Volksbegehren Nachtflugverbot zusammen in der Region eine Viertel Million Menschen diese Forderung erhoben haben. In wessen Auftrag wird hier eigentlich für wen Politik gemacht? Politischer Anstand und politische Moral bleiben gänzlich auf der Strecke!

Ich habe mich der Mühe unterzogen und die Sachverhalte zu Nachtflügen in der Region und zum Versagen der Politik in der Sache in einer BER-Nachtflugfibel zusammengestellt. Die Ungeheuerlichkeiten, die die Politik der BER-Anrainern aufbürdet, werden darin deutlich herausgearbeitet.

Die Lektüre kann ich Ihnen nur empfehlen. Sie wird helfen, Ihre Sichtweise der Dinge zu verändern.
Download bar:

http://www.diethard.de/Fluglaerm/BER-NachtflugFibel.pdf

Es gilt Ihr Versprechen an unsere Teltower MitstreiterInnen:

"Ich melde mich wieder bei Ihnen und dann werden wir uns wieder im kleinen Kreise treffen. Also ganz herzlichen Dank!"

Im kleinen Kreis? Ich fordere Sie auf, sich im Kreise der Viertel Million Menschen zu melden! Schauen Sie auch den Schwerstbetroffenen Menschen in unserer Gemeinde bei einem Treffen direkt in die Augen und hören Sie sich an, was diese Menschen dazu zu sagen haben.

Unsere Rauch- und Abgasmelder ertönen hier schon seit Jahren infolge des SXF-Luftverkehrs, aber dass können Sie ja in Ihrem Ministerium nicht hören, und es bringt Sie folglich nicht aus dem Häuschen und gar auf Straßen und Plätze unter die Menschen unserer Gemeinde.

Mit freundlichen Grüßen
D. Günther aus Mahlow

Was kann und darf ein Herr Wowereit sich eigentlich noch alles erlauben?!

Offener Leserbrief

Was kann und darf ein Herr Wowereit sich eigentlich noch alles erlauben?!

Erst wurde festgestellt, dass er schon etwa zwei Jahre einen Steuersünder gedeckt hat. Weil dieser ein persönlicher und guter Freund ist, dem er das nachsieht, wurde dieses Vergehen mal eben von ihm so unter den Tisch gekehrt und nicht in die Öffentlichkeit gebracht.
Dann ist diese ganze Angelegenheit der Steuerhinterziehung für ihn anscheinend so unwichtig und lapidar, dass er es nicht einmal für notwendig gehalten hat, seinen Winterurlaub dafür abzubrechen, obwohl er doch noch vor nicht so langer Zeit im Kreise seiner Genossen die Steuervergehen lautstark öffentlich angeprangert hat.
Und nun gibt er schließlich bei einer Befragung vor dem Abgeordnetenhaus auch noch als Antwort, dass es eine Frage der Loyalität wäre und er jederzeit wieder genauso handeln würde. Herr Wowereit ist in seiner Selbstherrlichkeit nicht dazu in der Lage, einen Fehler einzugestehen. Im Gegenteil, er würde den gleichen Fehler wieder begehen und bekommt dabei leider auch noch den Rücken durch seine Parteigenossen gestärkt.

Er sitzt ganz oben auf seinem hohen Ross und handelt dabei frei nach dem Motto, mir kann doch keiner etwas, ich bin schließlich Herr Wowereit und meine Entscheidung zählt!

Wie kann sich so ein Mann überhaupt noch Regierender Bürgermeister von Berlin nennen, der zum Wohle seines Volkes regieren sollte. Wie kann man als Bürger zu so einem Regierenden noch Vertrauen haben, der das Gesetz nach seinem eigenen Gefallen und Interesse beugt, einem Regierenden, der den Bezug zur bürgerlichen Basis verloren hat, einem Regierenden, den weder die maroden Schulen in Berlin interessieren, noch der Lehrermangel, noch der miserable Zustand der Straßen, noch die Kriminalität, die uns Bürger immer mehr in Sorge um unsere Sicherheit versetzt.
Ausserdem hat es Herr Wowereit geschafft, dass Berlin weltweit eine Lachnummer geworden ist, weil die Peinlichkeiten in den Nachrichten über Berlin kein Ende nehmen wollen und sich stetig und ständig summieren.
Mit diesem letzten Schritt der Überheblichkeit hat er den Bogen ganz klar überspannt, es reicht und wird Zeit, dass er von seinem hohen Ross gestossen wird!

Deshalb kann ich auch heute Herrn Wowereit gemäß dem Berlin Slogan zu unser aller Wohl wieder einmal nur noch zurufen :

Sie sind hoffentlich schnell hin und weg !

Christine Radke
Berlin Lichtenrade

zum Artikel "Lärmschutzurteil ist rechtskräftig"

Leserbrief zum Artikel "Lärmschutzurteil ist rechtskräftig"
von Peter Neumann
in der Berliner Zeitung vom 29.1.2014, Seite 15

Sehr geehrter Herr Neumann,

dieser Satz Ihres Kommentars ließ mich stutzen: "Es (das OVG, G.S.) verpflichtete das Land Brandenburg sicherzustellen, dass die Auflagen des BER-Planfeststellungsbeschlusses eingehalten werden." Ich frage mich: Ist es beim Projekt BER etwa nicht selbstverständlich, dass behördliche Auflagen des Planfeststellungsbeschlusses eingehalten werden? Nach der jetzt abgeschlossenen juristischen Auseinandersetzung kann die Antwort nur lauten: Nein, die Betroffenen müssen die Einhaltung gegebenenfalls erst erstreiten! Die FBS/FBB hatte schon seit 2008 nicht die Absicht, das Lärmschutzziel im Tag-Schutzgebiet so anzuerkennen, wie es gemäß Planfeststellungsbeschluss von ihr verlangt wird. Der Schlüssel zum Verständnis der betrügerischen Absichten des FBS/FBB ist der Ergebnisvermerk einer Besprechung zwischen MIR/MIL und FBS/FBB vom 21.11.2008. Dort steht unverblümt: "Aus Sicht der FBS kann die Schutzzielbestimmung ... aus dem Planfeststellungsbeschluss nicht dahingehend verstanden werden, dass der Wert von 55 dB(A) keinmal überschritten werden darf." Mit der Zurückweisung der Beschwerde hat das BVerwG nicht nur das Urteil des OVG B-B bestätigt, sondern auch die Rechtsauffassung der Kläger geteilt. Nach deren Ansicht hat die FBS/FBB von Anfang an vorsätzlich und systematisch versucht, zwecks Reduzierung der Schallschutzkosten die Schutzzielbestimmung des Planfeststellungsbeschlusses zu unterlaufen. Es dürfte übrigens interessant sein zu beobachten, wie die EU-Kommission auf diese Entscheidung des BVerwG reagieren wird. Sie hatte den beantragten Beihilfen der Flughafengesellschafter zugestimmt, die unter anderem mit wissentlich falschen Angaben zum Lärmschutz begründet worden waren. Der Versuch, die Betroffenen beim Lärmschutz zu betrügen, hat also vielleicht ein noch dickeres Ende - und das alles, weil der Flughafen unter allen Umständen in Schönefeld errichtet werden musste!

Mit freundlichen Grüßen

Gunnar Suhrbier

zum Artikel "Auf den Schrott mit dem BER"

Leserbrief zum Artikel "Auf den Schrott mit dem BER"
von Peter Neumann
in der Berliner Zeitung vom 25./26.1.2014, Seite 19

Sehr geehrter Herr Neumann,

Ihr vollmundiges Wettangebot, es werde niemand schaffen, den BER woanders hin zu verlagern, sollten Sie vielleicht noch einmal überdenken. Ich darf Sie daran erinnern, daß der Flughafen Tempelhof rund siebzig Jahre nach seiner Eröffnung als an dieser Stelle nicht mehr betreibbar angesehen wurde. Seine Schließung war ein Teil der Begründung für den nach der Wiedervereinigung geplanten Bau eines neuen Flughafens im Süden Berlins. Auch der Betrieb des Flughafens in Tegel wird seit der Wiedervereinigung - also nach einer Betriebszeit von etwa vierzig Jahren - als nicht mehr hinnehmbar beurteilt, was ebenfalls zur Begründung für den Bau des BBI/BER herangezogen wurde. Allerdings stellte sich in diesen beiden Fällen der jeweils gewählte Standort erst nach vielen Betriebsjahren und vor allem erst unter dem Eindruck der politischen Veränderungen als das eigentliche Problem heraus. Das ist bei BER in Schönefeld völlig anders. Schon lange vor der Eröffnung dieses Flughafens ist unbestreitbar, daß der Standort für BER in Schönefeld einer der Geburtsfehler des Projektes ist! Das ursprüngliche politische Wunschziel eines internationalen Großflughafens mit Umsteigeverkehr wird wohl in Schönefeld ein Traumziel bleiben. Eine wie auch immer gedachte Erweiterung dieses Flughafens ließe sich vermutlich weder politisch noch juristisch durchsetzen. Insofern ähnelt das bereits vor der Eröffnung absehbare BER-Schicksal dem von Tempelhof und Tegel: Auch BER wird, sollte dieses Projekt überhaupt jemals in Schönefeld eröffnet werden, wegen fehlender Entwicklungsmöglichkeiten und ständiger Konflikte mit den Betroffenen eines Tages verlagert werden müssen. Es dürfte nur eine Frage der Zeit sein, daß sich immer mehr sachlich denkende und von politischen (Standort-)Vorurteilen der neunziger Jahre unbelastete Zeitgenossen den von Martin Delius angesprochenen Argumenten anschließen werden, wetten?

Mit freundlichen Grüßen

Gunnar Suhrbier

Offener Brief an MP Woidke und Landesregierung

Bericht vom 27.12.2013 an den Brandenburger Landtag

Sehr geehrter Herr Ministerpräsident Woidke,
sehr geehrte Damen und Herren der Landesregierung Brandenburgs,

auch 10 Monate nach Auftragserteilung legt dieser Bericht http://www.stk.brandenburg.de/media/lbm1.a.4856.de/Bericht%20Volksbegehren.pdf

der Landesregierung noch immer kein konkretes Ergebnis vor. Stattdessen werden unzählige ungedeckte Wechsel auf die Zukunft ausgestellt und eine Unzahl von Gesprächen und Verhandlungen mit 'Gott und der Welt' angeführt. - Reiner Aktionismus eben!

Im Vergleich: Ein Wirtschaftsunternehmen mit gleichgearteter Effektivität und Effizienz würde sich im bestehenden Wirtschaftsgefüge selbst obsolet machen, sein eigener Totengräber sein.

ZU: "Wirtschaftsinitiative Lausitz sieht schärferes Nachtflugverbot als faulen Kompromiss"

Leserkommentar zum Artikel vom 04.01.14 aus Niederlausitz aktuell:
Flughafen BER: Wirtschaftsinitiative Lausitz sieht schärferes Nachtflugverbot als faulen Kompromiss. Woidke soll Fertigstellung zur Chefsache machen http://www.niederlausitz-aktuell.de/artikel_6_34413.php

Kommentar von NoiseLess

Sehr geehrte Damen und Herren der Wirtschaftinitiative Lausitz,
sehr geehrter Herr Dr. Borghorst,

Ihr euphorisches Gejammer um ein BER-Drehkreuz darf nicht unwidersprochen so stehen bleiben.

Um Ihre Ausführungen etwas zu relativieren empfehle ich Ihnen die Lektüre der BER Nachtflug Fibel *). Die Fibel wird Sie, gleich Ihrem Arzt oder Apotheker in Gesundheitsfragen über die Risiken und Nebenwirkungen von BER-Nachtflügen aufklären.

Ich wäre Ihnen auch sehr dankbar, wenn Sie der Öffentlichkeit nicht nur plakativ leere Worthülsen präsentierten, sonder z.B. genau erklären könnten, was der Wirtschafts- und Industriestandort Lausitz von einem Drehkreuz, einem Umsteigebahnhof denn so erwarten könnte. Und erklären Sie bitte der Öffentlichkeit auch genau, welche Chancen für die Lausitz aufs Spiel gesetzt werden, wenn das Kreuz sich nicht drehte?

Es hat sich in den letzten 20 Jahren nicht gedreht! Wo also liegt das von Ihnen vermutete Problem?

Ein Erfahrungsbericht vom Drehkreuz Frankfurt/Main, geschrieben von Hans Schinke aus Offenbach lege ich schon mal bei. Der Inhalt dürfte sich nahtlos auf die Flughafengesellschaft FBB-GmbH und den Flughafenstandort Schönefeld übertragen lassen (erschienen am 5. August 2013 in der 'Offenbach Post' **)):


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Hessens Wohlstand hängt nicht vom Flughafen ab

Die Aussage von Ministerpräsident Bouffier auf dem Parteitag der Hessen-CDU, der Wohlstand des Landes hänge vom Flughafen ab, ist falsch und wird durch ständige Wiederholung auch nicht richtig. Fresenius Medical Care in Bad Homburg z.B. verdankt seine Stellung als weltweit führender Anbieter von Medizinprodukten nicht dem Frankfurter Flughafen, sondern den exzellenten Produkten innovativer Entwickler und einer klugen, langfristigen Unternehmenspolitik, während der todgeweihte Patient Opel trotz seiner unmittelbaren Nähe zum Flughafen auch durch den Herzmuskel Rhein-Main noch nicht reanimiert werden konnte.

Die Frage ist doch nicht "Grüne Wiese oder Flughafen?", sondern „Brauchen Region und Wirtschaft einen effizienten Airport oder ein überdimensioniertes Einkaufszentrum mit angehängtem Flughafen? Bereits 2004 hat die Fraport AG erkannt, dass sie mit dem reinen Flughafenbetrieb nicht genug Geld verdienen kann und setzt seitdem ihre Agenda 2015 konsequent um mit der Folge, dass das Segment Retail & Real Estate zwar nur einen Umsatzanteil von 18,5 Prozent hat, inzwischen aber bereits 50,5 Prozent zum Ergebnis beiträgt, die eigentlichen Kernsegmente Aviation und Ground Handling dagegen nur 16,5 Prozent.

Passagiere aus aller Welt werden zum Umsteigebahnhof Frankfurt, auch Hub genannt, gekarrt und durch eine gezielte Passagierflusssteuerung so raffiniert durch endlose Ladenpassagen geleitet, dass sie dort möglichst viel Geld ausgeben. Eine effiziente Fluggastabfertigung hingegen sieht völlig anders aus. Was sind die Folgen dieses Geschäftsmodells, vom dem nur Fraport selbst profitiert? Die Region hat den Krach, und nach der neuesten Gesundheitsstudie der Uniklinik Mainz müsste auch dem letzten Zweifler klar geworden sein, dass Fluglärm krank macht. Dem regionalen Einzelhandel geht dringend benötigte Kaufkraft verloren, weil sie bereits am Flughafen abgeschöpft wird. 55 Prozent der ankommenden Passagiere betreten ohnehin nie Frankfurter Boden.

Der Schaden für die regionale Wirtschaft durch die fluglärmbedingte Leistungsminderung ihrer Arbeitnehmer beträgt viele hundert Millionen. Die unverzichtbare Balance zwischen Arbeit und Erholung ist massiv gestört, weil die Naherholungsgebiete durch den permanenten Krach entschädigungslos völlig entwertet worden sind. Und nicht zuletzt schädigt die Fraport AG mit ihrem

Fluglärm massiv das Image der Rhein-Main-Region im europaweiten Wettbewerb der Regionen und richtet damit einen immensen wirtschaftlichen Schaden an.

Es wird allerhöchste Zeit, dass der Aufsichtsrat den hochfliegenden, milliardenteuren Plänen des Vorstands ein Ende macht und die Fraport AG wieder auf ihr eigentliches Kerngeschäft ausrichtet, Menschen möglichst effizient in die Luft zu bringen und wieder sicher auf den Boden zurückzuholen. ... Das Geschäftsmodell von Fraport ist nur solange erfolgreich, solange sie für die Milliardenschäden, die sie anrichtet, nichts bezahlen muss.

Die Wirtschaft braucht den Flughafen. Das stimmt. Aber diesen Flughafen, den braucht nur die Fraport. ...

Hans Schinke, Offenbach
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Vielleicht bringt Sie das das ja mal zum Nachdenken, Herr Borghorst, welche Chancen die Lausitz mit Bahnanschluss zum BER wirklich erhalten könnte?
- Und kommt es nicht einer Bankrotterklärung Ihrer Wirtschaftsinitiative Lausitz gleich, alles auf die Flughafenkarte zu setzen?

Denken Sie bitte auch darüber nach, welche Chancen für die Lausitz aufs Spiel gesetzt werden, wenn durch Raubbau an Mensch, Natur und Umwelt erneut fünf Dörfer und ganze Landstriche den wirtschaftlichen Interessen eines ausländischen Energiekonzerns geopfert werden sollen.

Ja, Herr Borghorst, Sie haben Recht wenn Sie sagen, es gehe um die Zukunft unserer Region, es geht vor allem um die Zukunft unserer Region im nahen Flughafenumfeld.

Wo ist er geblieben, der aufrechte Kämpfer Borghorst aus den 90er Jahren gegen den unmenschlichen Standort Schönefeld? - Er hat sich vom Saulus zum Paulus gewandelt!

Hören Sie also bitte mit der Rosinenpickerei auf und weiten Sie Ihren Blick in der Sache wieder auf das Ganze - !

- Und machen Sie bitte keinen faulen Kompromiss, nehmen Sie zukünftig des nächtens Quartier in unserer Gemeinde, Ihren ersehnten Nachtflügen zu liebe!

*) http://www.diethard.de/Fluglaerm/BER-NachtflugFibel.pdf


**) http://www.diethard.de/Fluglaerm/alles.jpg


Mit freundlichen Grüßen
D. Günther aus Mahlow
Bewohner des Schwarzen Flecks (frei nach Götz Herberg, 1996-2004 Chef der Flughafengesellschaft BB)
Steuerzahler und politisch bestimmtes BER-Standort- und -Fluglärm-Opfer

Tegel wird trotz Verbot auch nachts angeflogen

Sehr geehrte Damen und Herren,
sehr geehrtes rrb-online Team,

auf Ihrer Seite:

http://www.rbb-online.de/politik/thema/Flughafen-BER/BER-Aktuelles/akteure_aktuell/Nachtfluege-Tegel-trotz-Nachflugverbot.html

im Beitrag

Überlastung nach BER-Debakel
Tegel wird trotz Verbot auch nachts angeflogen

wir u.a. festgestellt
Zitat:
Die Anwohner des Berliner Flughafens Tegel mussten nach der geplatzten Eröffnung des neuen Hauptstadtflughafens in diesem Jahr zahlreiche Nachtflüge ertragen - trotz des Flugverbots zwischen 23 und 6 Uhr. Bis Mitte November gab es in Tegel nachts mehr als 1.200 Starts und Landungen, wie der Senat mitteilte. Das entspricht knapp vier Flügen pro Nacht.

Gut jeder zweite dieser Flüge entfiel auf Post, Ambulanz, Militär oder Polizei, die von dem Verbot ausgenommen sind. Die übrigen Starts und Landungen müssen von der Luftaufsicht am Flughafen oder von der Oberen Luftfahrtbehörde genehmigt werden. "Wir sehen unsere Praxis bei der Zulassung von Ausnahmegenehmigungen von den Nachtflugbeschränkungen als ausreichend restriktiv an", wiegelte die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung ab.
Zitat Ende


Das, was Sie da berichtet haben ist sicher sachlich richtig, muss aber im Kontext des gesamten Nachtflugaufkommens in der Region relativiert, ergänzt und insbesondere ursächlich betrachtet werden.

Wie Sie richtig schreiben, besteht in Tegel (TXL) eine Nachtflugbeschränkung auf die Nachtzeit von 22 - 23 Uhr. Das Flugverbot in den Nachtstunden von 23 - 6 Uhr betrifft nicht die gesamte Nacht, sondern nur 87,5% der Nachtstunden. Mit anderen Worten, für den Flughafen besteht ein eingeschränkter Nachtflugbetrieb und kein Nachtflugverbot. Die gesetzliche Nacht in Deutschland betrifft die Stunden zwischen 22 Uhr am Abend und 6 Uhr in der Frühe des Tages.

Der alte Flughafen in Schönefeld (SXF) läuft im 24-Stunden-Betrieb. Auch er hat kein Nachtflugverbot und es darf in 100% der Nachtstunden geflogen werden.

Für den neue Flughafen in Schönefeld (BER) besteht ein Flugverbot in Nachstunden zwischen 0 und 5 Uhr. Am BER in Schönefeld darf zukünftig also nur noch in 62,5 % der Nachtstunden geflogen werden. Auch hier gibt es dann den eingeschränkten Nachtfugbetrieb und weiterhin kein Nachtflugverbot.

Schaut man sich die Nachtflugbewegungen der Jahre 2008 - 2012 für beide Flughafenstandorte der Region an, so ergibt sich folgendes Bild:


Abb.1 Nachtflüge pro Jahr und Standort

Für 2013 liegen mir leider keine Daten der FBB vor, so dass ich hilfsweise auf Daten des Deutschen Fluglärmdienstes (DFLD; http://www.dfld.de/DFLD/index.htm) zurückgreife. Allerdings sind diese Daten nicht nach Anteilen von TXL und SXF separiert.

Gemäß der obigen Daten und Grafik ergibt sich aber für das Verhältnis der Flugbewegungsdaten der Standorte zueinander das folgende Bild:


Abb.2 Verhältnis Nachtflugbewegungen TXL zu SXF

In den Jahren 2008-2011 lag der Nachfluganteil TXL in der Region um die 70% des Aufkommens in SXF. Nach der Absage der BER-Eröffnung in 2012 stieg der Anteil TXL zu gut 5% über den Anteil SXF.

Es ist und bleibt für mich ein Geheimnis warum die Airlines und die FBB die Zahl der Nachtflüge über dichtest besiedeltem Stadtgebiet in TXL einfach beliebig erhöhen können, ohne von der Politik Auflagen, die das verhindern und dem Schutz der Bevölkerung dienen zu bekommen.

Den Übergang von 2012 nach 2013 (grün) habe ich mangels genauer Daten aus den FBB-Werten des 2. Halbjahres 2012, in der Hoffnung in 2013 etwa fortdauernd gleiche Verhältnisse zwischen TXL und SXF vorzufinden, entnommen. Im Mittel lagen die TXL-Werte 13,9% über denen von SXF. Im Maximum lag die Anzahl in Tegel 18,7% über denen in SXF.

Nimmt man einmal für 2013 einen mittleren Wert von 15% für den 'Überschuss' TXL gegenüber SXF an, dann liegt die Anzahl der TXL-Nachtflüge bei ca. 8020. Nun fehlen noch etwa drei Tage an 2013, so dass sich diese Zahl unter den gegebenen Randbedingungen noch leicht erhöhen könnte. Die vom Senat angegebene Anzahl von 1200 Flügen in den Flugverbotszeiten machte so einen Anteil von ca. 15% des Nachtflugaufkommen aus.

Dennoch ist in Abb. 1 leicht zu erkennen, dass die Anzahl der Nachtflüge 2013 in TXL gegenüber 2012 etwa gleich geblieben ist. Gegenüber dem längerjährigen Durchschnitt 2008-2011 allerdings sind die Nachtflugbewegungszahlen in TXL um ca. 17% angestiegen.

Dagegen ist mit 6973 Nachtflugbewegungen in 2013 SXF die Anzahl nur auf etwa das längerjährige Mittel (6880) der Jahre 2008-2011 in TXL gesunken - .
Was man nach Ihrer Einleitung - Überlastung nach BER Debakel - wohl als Belastungsgrenze ansehen können sollte? Bedeutete das nun, dass die Schönefeld-Anrainer in 2013 nicht mehr überlastet worden sind?

Schaun wir in Sachen Überlastung noch auf die folgende Darstellung:

Abb. 3 Durchschnittliche Anzahl Nachtflüge pro 24 Stunden und Standort im Jahr

Während in TXL die mittlere Zahl der Nachflüge pro 24 Stunden im Verlauf der Jahre 2008 - 2013 leicht um die 20 pendelte, lag diese Anzahl für SXF im Mittel um etwa 6 Nachtflüge darüber. Für die Werte 2013 gilt wieder, sie wurden aus den Daten des DFLD abgeleitet, sind also nicht exakt. Desgleichen gilt s.o. für die Genauigkeit des Verhältnisse TXL zu SXF.

Die Anwohner des BER dagegen werden, so die Prognose für das Jahr 2020, 77 Flüge in der Durchschnittsnacht ertragen müssen. Das ist mehr als das 3-4fache heutiger Werte!

In den Zeiten des Flugverbots am BER (0 - 5 Uhr) werden 17 nichtplanmäßige Flüge (Post usw.) für die Durchschnittsnacht erwartet (s. Abschlussbericht Intraplan Consult GmbH). Das bedeutet, dass in den 5 Nachtstunden zwischen Mitternacht und 5 Uhr in der Frühe alle 17 Minuten und 38,8 Sekunden im Durchschnitt ein Überflug stattfinden wird.

Nehmen wir zum Vergleich Ihre eingangs für TXL erwähnten durchschnittlich 4 Nachtflüge in der Flugverbotszeit zwischen 23 und 6 Uhr an. Diese 4 Flüge dagegen finden durchschnittlich im Abstand von einer Stunde und 45 Minuten statt - .

Betrachten wir noch wie sich geplante zu tatsächlichen Nachtflügen verhalten. Dazu liegen mir im Moment nur die Daten aus 2008 vor:

Abb 4. Geplante und tatsächliche Nachtflüge 2008

In 3 der 7 Zeitsegmente der Nacht liegen die tatsächliche Anzahlen der Flüge über den Anzahlen der geplanten Flüge. Besonders interessant ist, dass zwischen 22:30 und 23:00 die Zahl der geplanten Flüge nicht erreicht wird. Dafür liegen die Zahlen tatsächlicher Flüge zwischen 23:00 und 24:00 deutlich über dem Plan.- Verspätungen also!

Die relativen Abweichungen sind:


Abb. 5 Prozentuale Abweichung tatsächlicher zu geplanten Flügen in Zeitsegmenten

Das am konkreten Beispiel von 2008 dargestellte Verhalten ist qualitatv gleichartig in allen Jahren zu beobachten, was last but not least auch die 1200 Nachtflüge in TXL 2013 belegen.

Dieses Ergebnis ist ein deutliches Indiz dafür, dass Flugverbotszeiten in der Nacht keinen wirklich großen Schutz vor Nachtflügen bieten können.

Auch ein Nachtflugverbot, das den Namen verdiente, wo sich das Flugverbot also von 22 - 6 Uhr erstreckt, wird die Anwohner nicht vor Nachtflügen schützen können. Allerdings wird aber dadurch die Zahl der Nachtflüge deutliche reduziert werden können, mal abgesehen, von den Post- usw.-Flügen, die davon nicht beeinflußt werden.

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Ich hoffe, mit den obigen Ausführungen Ihre Aussagen zu TXL etwas relativiert zu haben. Damit möchte ich jedoch keinesfalls speziell das Nachtfluggeschehen in Tegel in seinen Auswirkungen auf die Betroffenen bagatellisieren.
Jeder Nachtflug ist einer zuviel!
Auch in Tegel muß im Interesse der Gesundheit der Anrainer, solange dort noch geflogen wird ein Nachtflugverbot verhängt und damit der eingeschränkte Nachtflugbetrieb eingestellt werden.

Für die Zukunft erwarte ich mir von Ihnen allerdings mehr Ausgewogenheit in der Berichterstattung, und dass Sie die Öffentlichkeit nicht tendenziell einseitig informieren. Zur Zeit hat die Region noch zwei Flughäfen und da wäre es schon recht und billig, wenn man schon über die Belastungen durch den Flugverkehr berichtet, dies auch vollumfänglich tut und in Relation zueinander setzt, damit kein 'schiefes Bild' in der Öffentlichkeit 'hängen' bleibt.

Und wenn Sie von Überlastung nach BER-Debakel sprechen, dann bitte auch so, dass für den Leser klar zu erkennen ist, was Ihrer Meinung nach ausreichende Belastung ist und wo Überlastung anfängt. Aufgrund der vorliegend diskutierten Daten habe ich den Verdacht, dass Sie diese Daten entweder nicht kennen oder 'Überlastung' bei Ihnen auch einen geografischen Hintergrund hat.

Es wäre sicher auch von großem Nutzen, die Öffentlichkeit darüber zu informieren, ob der BER an sich ein Debakel ist für seine Anwohner und ob da eine nicht nur temporäre Überlastung vorliegen könnte. Besonders im Vergleich mit den, von den beiden heutigen Standorten ausgehenden Über- und Be-lastungen der Anrainer.

Der eigentliche Skandal ist auch nicht, das BER-Debakel und seine Folgen. Skandalös ist allein, dass verantwortliche Politiker im Senat, in Brandenburg und dem Bund unter Verletzung ihres Amtseids zulassen, das gesundheitsgefährdende Nachtflüge überhaupt erlaubt werden und keinerlei Maßnahmen zur Deckelung der Flugbewegungszahlen insgesamt an den Standorten von ihnen getroffen werden.

Wenn Sie schreiben,

"Wir sehen unsere Praxis bei der Zulassung von Ausnahmegenehmigungen von den Nachtflugbeschränkungen als ausreichend restriktiv an", wiegelte die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung ab.

dann frage ich mich, wo abgewiegelt wird, da gibt es doch auch was aufzuwiegeln - oder? Warum also wiegeln Sie den Gesundheitssenator nicht öffentlich gegen Nachtflüge auf, wenn er schon nicht von allein darauf kommt?

Es kann doch nicht angehen, dass eine Senatsverwaltung für Stadtentwicklung über Wohl und Wehe der Einwohner befindet! Das gilt natürlich ebenso für den Bundesgesundheitsminister, wie auch die zuständige Ministerin im Land Brandenburg.

Mit freundlichen Grüßen
D. Günther aus Mahlow
Bewohner des Schwarzen Flecks (frei nach Götz Herberg, 1996-2004 Chef der Flughafengesellschaft BB)
Steuerzahler und politisch bestimmtes BER-Standort- und -Fluglärm-Opfer

Anm. der Redaktion: Diethard Günther ist auch Autor der informativen Nachtflugfibel BER, welche hier... downloadbar ist.

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