Presseschau vom 19.07.2012

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BVBB-Presseschau vom Sonntag, 18. November 2018



http://www.tagesspiegel.de/berlin/es-klappt-nicht/6894046.html
Berlin Es klappt nicht
19.07.2012 00:00 Uhr
von Klaus Kurpjuweit
Die beteiligten Firmen schweigen, die Flughafengesellschaft dementiert Doch die hochkomplexe Brandschutzanlage des BER arbeitet weiterhin fehlerhaft.
16 000 Brandmelder und über 50 000 Sprinklerköpfe wurden installiert. In den kilometerlangen Zu- und Abluftkanälen stecken 3400 Klappen. 81 Ventilatoren blasen oder saugen Luft oder Rauch an und ab. 3,4 Millionen Kubikmeter Luft soll die hochkomplizierte Brandschutzanlage des neuen Großflughafens BER in der Stunde schaffen, damit innerhalb von 15 Minuten über dem Boden eine Höhe von 2,50 Meter rauchfrei ist. Alle Einbauten, zu denen auch über tausend Lautsprecher gehören, müssen so geschaltet sein, dass sie auf rund 300 verschiedene Brandszenarien unterschiedlich reagieren können. Dieses Zusammenspiel hat bisher nicht geklappt – auch nicht beim „Mensch-Maschinen-System“.
Mit einer solchen Zwischenlösung wollten die Planer schon den ursprünglichen Termin 3. Juni retten. Mitarbeiter sollten von Hand die bei einem Feuer vorgesehenen Schaltungen einleiten und auch manuell Türen öffnen oder schließen.
Durch zahlreiche Nachbesserungen sei die Fehlerquote nun geringer geworden, versichert der amtierende Projektleiter Joachim Korkhaus. Die Brandschutzanlage, die zu den weltweit größten gehört, bleibt aber der Knackpunkt nach dem verschobenen Eröffnungstermin. Der Einbau der Geräte und das Legen der Kabel ist laut Korkhaus zwar zu 97 Prozent abgeschlossen. Doch Tests müssten jetzt zeigen, dass auch die Steuerung funktioniert. Dies hat bei den Probeläufen Ende des vergangenen Jahres nicht geklappt. So war bereits zu diesem Zeitpunkt klar, dass zur zunächst geplanten Eröffnung am 3. Juni kein vollautomatischer Betrieb möglich sein würde, daher die „Mensch- Maschine-Schnittstelle“. Dafür waren sogar zusätzliche Einbauten vorgenommen worden. Erst nachdem die Genehmigungsbehörde klargemacht hatte, dass sie dieses System nicht akzeptiere, kam es zur Terminverschiebung.
Dass ein Großteil des Rauches bei einem Brand durch unterirdische Kanäle ins Freie geleitet werde, sei kein Problem, sagt Flughafensprecher Ralf Kunkel. Aus dem Aufsichtsrat war, wie berichtet, verlautet, dass der hierfür erforderliche Aufwand die Schwierigkeiten verschärft habe. Angaben von Insidern, damit sei auch der nun vorgesehene Termin für die Flughafen-Eröffnung, der 17. März 2013, nicht mehr zu halten, bezeichnete Kunkel als „Spekulation.“ Er bestätigte aber, dass bisher bei Tests zwei Kanäle implodiert seien. Wegen der nicht funktionierenden Steuerung seien Klappen falsch gestellt worden, wodurch es einen Unterdruck gegeben habe. Nach Kunkels Angaben arbeitet die Anlage nach dem Stand der Technik. Für den Flughafen habe man nichts Neues erfunden. Allerdings seien die Einbauten „maßgeschneidert“; von der Stange könne man eine solche Anlage nicht kaufen.
Die am Bau der hochkomplizierten Brandschutzanlage am künftigen Flughafen beteiligten Firmen – Bosch, Imtech und Siemens – wollten sich am Mittwoch zum Stand der Arbeiten nicht äußern. Die Flughafengesellschaft wies pauschal den Tagesspiegel-Bericht zurück, demzufolge die Anlage umgebaut werden müsse, falls ein großer Test Ende des Monats misslingen sollte. Dies würde zu erheblichen Mehrkosten und zum erneuten Verschieben des Eröffnungstermins führen. Klarheit wird am 16. August erwartet. Dann soll der neue Technikchef Horst Amann, auch für den Ausbau des Flughafens zuständig, dem Aufsichtsrat mitteilen, ob der 17. März 2013 zu halten sein wird. Amann, derzeit beim Flughafen Frankfurt (Main) angestellt, bezieht offiziell am 1. August sein neues Büro in Schönefeld. Aber schon jetzt arbeitet er sich in das Projekt ein. Tageweise sei er bereits in Berlin, und außerdem habe er ein Büro mit „Vorrecherchen“ beauftragt, sagte Flughafenchef Rainer Schwarz.

PNN * 19.07.2012
Es klappt nicht
von Klaus Kurpjuweit, Peter Tiede
Die beteiligten Firmen schweigen, die Flughafengesellschaft dementiert. Doch die hochkomplexe Brandschutzanlage des BER arbeitet weiterhin fehlerhaft
Potsdam/Berlin - Die Verantwortlichen für den Bau des neuen Flughafens BER in Schönefeld waren am Mittwoch hörbar bemüht, den Ball flach zu halten. Wie so oft in den vergangenen Monaten, Wochen und Tagen sprachen sie bei Negativmeldungen über den Stand der Arbeiten und die Konsistenz ihres Bauzeitplanes von Spekulationen. So auch am Mittwoch, wenn es um die laut Aufsichtsratskreisen noch immer enormen Probleme und unabsehbaren Risiken mit der Brandschutzanlage am Flughafen geht. Flughafensprecher Ralf Kunkel nannte einen entsprechenden Bericht der PNN darüber: „Spekulation“.
Allerdings haben sich die angeblichen Spekulationen in Sachen BER meist bewahrheitet: Der Flughafen wurde nicht im Juni 2012, sondern wird – allerfrühestens – im März 2013 eröffnet. Und Kunkel musste auch einräumen, dass wie berichtet bei Tests der Entrauchungsanlage Absaugkanäle implodierten.
Die am Bau der hochkomplizierten Brandschutzanlage am noch immer künftigen Flughafen beteiligten Firmen – Bosch, Imtech und Siemens – wollten sich am Mittwoch zum Stand der Arbeiten nicht äußern. Die Flughafengesellschaft wies dagegen den PNN-Bericht zurück, wonach die Anlage umgebaut werden müsse, falls ein großer Test Ende des Monats misslingen sollte. Die von den PNN dazu befragten Personen aus Aufsichtsratskreisen blieben allerdings bei ihrer Darstellung, dass bei einem erneuten Versagen der Anlage unter Volllast die gesamte Anlage und damit auch ein Grundkonzept des Flughafenbaus – nämlich die unterirdische Entrauchung im Brandfall – infrage gestellt werden muss. Dies würde zu erheblichen Mehrkosten und zum erneuten Verschieben des Eröffnungstermins führen. Dann müssten im Extremfall auch die Statik und der Innenraum des Flughafengebäudes geändert werden: Auf das Dach müssten Absauganlagen und Turbinen montiert und im Inneren des Gebäudes vertikale Ent- und Belüftungsanlagen untergebracht werden.
Klarheit wird laut Flughafengesellschaft spätestens am 16. August erwartet. Dann soll der neue Technikchef Horst Amann, der auch für den Ausbau des Flughafens zuständig sein wird, dem Aufsichtsrat mitteilen, ob der gesetzte Termin 17. März 2013 zu halten sein wird. Allerdings findet der Volllasttest der Be- und Entlüftungs- und der Brandschutzanlage schon Ende Juli statt.
Amann, derzeit beim Flughafen Frankfurt (Main) angestellt, bezieht offiziell am 1. August sein neues Büro in Schönefeld. Aber schon jetzt arbeitet er sich in das Projekt ein. Tageweise sei er bereits in Berlin, und außerdem habe er ein Büro mit „Vorrecherchen“ beauftragt, sagte Flughafenchef Rainer Schwarz.
Knackpunkt bleibt die Brandschutzanlage, die nach Angaben des Flughafens zu den weltweit größten gehört. Der Einbau der Geräte und das Legen der Kabel ist nach Angaben des amtierenden Projektleiters Joachim Korkhaus zu 97 Prozent abgeschlossen – weit nach dem geplanten Eröffnungstermin des Flughafens; Tests müssten jetzt zeigen, dass auch die Steuerung funktioniert.
Dies hat bei den Probeläufen Ende des vergangenen Jahres nicht geklappt. So war bereits zu diesem Zeitpunkt klar, dass zur zunächst geplanten Eröffnung am 3. Juni kein vollautomatischer Betrieb möglich sein würde. Die Planer wollten sich mit einer – von ihnen so genannten – Mensch-Maschinen-Schnittstelle über die Zeit retten: Hunderte gesondert eingestellte Hilfskräfte sollten von Hand die bei einem Feuer vorgesehenen Schaltungen einleiten und auch manuell Türen und Klappen öffnen oder schließen. Dafür waren sogar zusätzliche Einbauten vorgenommen worden. Erst nachdem die Genehmigungsbehörde – der Landkreis Dahme-Spreewald – klargemacht hatte, dass sie dieses System nicht akzeptiere, kam es zur Terminverschiebung.
Installiert sind unter anderem 16 000 Brandmelder und über 50 000 Sprinklerköpfe. In den kilometerlangen Zu- und Abluftkanälen wurden 3400 Klappen eingebaut. 81 Ventilatoren blasen oder saugen Luft oder Rauch an und ab. 3,4 Millionen Kubikmeter Luft soll die Anlage in der Stunde schaffen, damit innerhalb von 15 Minuten über dem Boden eine Höhe von 2,50 Meter rauchfrei ist. Alle Einbauten, zu denen auch über tausend Lautsprecher gehören, müssen so geschaltet sein, dass sie auf rund 300 verschiedene Brandszenarien unterschiedlich reagieren können. Dieses Zusammenspiel hat bisher nicht geklappt – auch nicht beim vorgesehenen „Mensch-Maschinen-System.“ Durch zahlreiche Nachbesserungen sei die Fehlerquote aber geringer geworden, versicherte Korkhaus. Wie hoch sie aber bei normalen Einzeltests, die nicht die große Katastrophe simulieren, noch immer ist, blieb unklar. Flughafensprecher Kunkel sprach davon, dass nach aktuellen Informationen der beteiligten Firmen die Brandschutzanlage zum Jahreswechsel einem sogenannten Wirkverbundtest unterzogen und von Sachverständigen abgenommen werden solle. Die Einzelteile der Brandschutzanlage würden laufend getestet. Im Frühjahr sei beispielsweise ein Brand im künftigen Duty-Free-Shop simuliert worden. Ein Feuer dort wäre wegen des gelagerten Alkohols mit dem Brand von sieben Autos vergleichbar. Die Anlage habe bei dem Test funktioniert. Zum Volllasttest am Monatsende, bei dem ein Katastrophenszenario und kein einfacher Brand im Shoppingbereich simuliert wird, sagte er nichts.
Dass ein Großteil des Rauches bei einem Brand durch unterirdische Kanäle ins Freie geleitet werde, sei kein Problem, so Kunkel. Aus dem Aufsichtsrat war, wie berichtet, aber verlautet, dass der hierfür erforderliche Aufwand die Schwierigkeiten verschärft habe. Angaben von Insidern, damit sei auch der nun vorgesehene Termin für die Flughafen-Eröffnung, der 17. März 2013, nicht mehr zu halten, bezeichnete Kunkel als – Spekulation.
Er bestätigte aber, dass bisher bei Tests zwei Kanäle implodiert seien. Wegen der nicht funktionierenden Steuerung seien Klappen falsch gestellt worden, wodurch es einen Unterdruck gegeben habe. Nach Kunkels Angaben arbeitet die Anlage nach dem Stand der Technik. Für den Flughafen habe man nichts Neues erfunden. Allerdings seien die Einbauten „maßgeschneidert“; von der Stange könne man eine solche Anlage nicht kaufen. Ein Flughafenplaner wurde gegenüber den PNN deutlicher: „Die Einzelkomponenten gibt es am Markt, das ist ja normal. Aber das System als solches und das Zusammenspiel der einzelnen Komponenten und die Steuerungssoftware dafür gab es bisher nicht. Das wurde extra entwickelt – und funktioniert offensichtlich bis heute eben nicht fehlerfrei.“ Klaus Kurpjuweit, Peter Tiede

Berliner Zeitung
Hauptstadtflughafen - 18.07.2012
Flughafen BER
Die Orientierung verloren
Von Jens Blankennagel
Das Steigenberger Hotel in Schönefeld soll bald öffnen – sagt der Flughafenchef. Die Hoteliers wissen von nichts
Es gibt drei Arten von Hotels. Die einen sind dort, wo es schön ruhig ist. Die anderen Herbergen sind mittendrin, ganz nah am Trubel, also dort, wo die Hektik am größten ist. Beispielsweise am Hackeschen Markt im Zentrum des Berliner Tourismuswahnsinns. Und dann gibt es noch die super-praktischen Hotels an lauten Bahnhöfen, noch lauteren Autobahnen und an lärmumtosten Flughäfen. Eines davon heißt „Steigenberger Airport Hotel Berlin“ und hat die exklusive Adresse Willy-Brandt-Platz 3, direkt neben dem neuen Terminal des Flughafens Schönefeld.
Der soll irgendwann mal fertig sein, voraussichtlich am 17. März 2013. Aber das Vier-Sterne-Hotel mit dem Slogan „Gerade gelandet und schon zu Hause“ soll schon im August öffnen. Das sagte Flughafenchef Rainer Schwarz am Dienstag. Die Mitteilung klang etwas unlogisch, denn woher sollen die Gäste für die Bettenburg mitten auf der größten Großbaustelle im Osten Deutschlands kommen. Aber der Chef wird ja wohl wissen, wann das größte Hotel neben seinem neuen Airport eröffnet.
322 Zimmer im Flughafen-Hotel ohne Flughafen
Das Steigenberger hat 322 Zimmer zu füllen. Gäste von Flughafenhotels sind üblicherweise Umsteiger, die zwischen zwei Flügen übernachten. Oder es sind Leute, die es so eilig haben, dass sie es nicht schaffen, nach Berlin zu fahren. Kurz landen, konferieren, schlafen, weiterfliegen. Doch wer soll übernachten, wenn der Flughafen gar nicht in Betrieb ist? Schwarz hatte eine Erklärung: Das Hotel wolle Gäste beherbergen, die im September zur Internationalen Luftfahrtausstellung (ILA) nach Schönefeld kommen.
Auf der Internetseite des Hotels konnten am Dienstag tatsächlich Zimmer für September geordert werden: Für ein Tageszimmer, nutzbar von 7 bis 18 Uhr, wurden 119 Euro verlangt. Für fünf Tage wurde ein Übernachtungspreis von 815 Euro angezeigt. Daneben stand allerdings, dass das Haus „voraussichtlich“ erst am 17. März 2013 eröffnet. Die Verwirrung war perfekt.
Auch bei den Steigenbergern selbst. „Wir sind sehr überrascht von den Aussagen des Flughafenchefs“, sagte Angelika Heyer. Die Sprecherin des Unternehmens rief extra aus ihrem Urlaub in Österreich an, um Entwarnung zu geben. Der Innenausbau des Hotels sei noch nicht fertig, sagte sie.
Eröffnung erst am 17. März 2013
Außerdem sei es auch gar nicht machbar, massenhaft Personal einzustellen, um ein Hotel für ein paar Tage – etwa zur ILA – zu öffnen und es dann erst Monate später offiziell in Betrieb zu nehmen. „Wir eröffnen definitiv erst, wenn auch der Flughafen öffnet“, sagte sie.
Wann das sein wird, weiß der Flughafenchef aber auch nicht so genau.

B.Z.
Fluglärm-Klage
Schon die 10. Klage gegen Pannen-BER
18. Juli 2012 23:03 Uhr, Lars Petersen | Aktualisiert 23:03 Die Anwohner der Müggelsee-Region ziehen vor Gericht. "Routen missachten Umweltaspekte", so der Anwalt.
Neuer Streit um die Flugrouten am künftigen Hauptstadt-Airport. Die Naturfreunde Deutschland und Anwohner des Müggelsees klagen gegen die vor Monaten festgesetzten BER-Abflüge über dem See. Damit ist jetzt inzwischen die zehnte Klage gegen den Pannen-BER wegen Fluglärm eingereicht worden.
„Die Abflugroute über den Müggelsee weist die mit Abstand höchste Zahl an Lärmbetroffenen in Berlin und Brandenburg auf“, begründet Rechtsanwalt Wolfgang Baumann die 200-seitige Klage seiner Mandanten. Weiter: „Die Routen missachten wesentliche Umweltaspekte und haben gravierende Auswirkungen auf die Region.“
Ob der erneute Einspruch erfolgreich sein wird, darf bislang bezweifelt werden. Immer wieder hatten die Richter an den Verwaltungsgerichten in der Vergangenheit Eilanträge zu den Klagen zurückgewiesen: Dabei ging es um die Flugrouten, Schallschutz oder die Flugbetriebserlaubnis. Erst Anfang Juli ließen die Richter am Bundesverwaltungsgericht in Leipzig durchblicken, dass sie der Klage mehrerer Brandenburger gegen gradlinige statt abknickende Flugrouten nicht stattgeben werden.
Das Urteil wird Ende Juli erwartet.
Den bislang einzigen nennenswerten Erfolg hatten die Flughafen-Gegner vor knapp vier Wochen. Anwalt Baumann erreichte, dass der Flughafen sein Schallschutz-Programm verbessern muss. Das wird den Flughafen voraussichtlich knapp 600 Millionen Euro kosten.

http://www.berlinonline.de/aktuelles/berlin/2617054-1210653-brandschutzanlage-im-neuen-flughafen-im-.html
Brandschutzanlage im neuen Flughafen im Dauertest
Ein Feuerloescher steht in Schoenefeld im Terminal des Flughafens Berlin-Brandenburg Willy Brandt (BER). Beim Bau des neuen Hauptstadtflughafens in Schoenefeld gibt es nach Angaben des Betreibers keine neuen Hiobsbotschaften. Nach aktuellen Informationen der beteiligten Firmen koenne die Brandschutzanlage zum Jahreswechsel einem sogenannten Wirkverbundtest unterzogen und von Sachverstaendigen abgenommen werden, sagte der Sprecher der Flughafen Berlin Brandenburg GmbH (FBB) am Mittwoch (18.07.12) auf dapd-Anfrage. Foto: Klaus-Dietmar Gabbert/dapd © dapd
Schönefeld (dapd-bln). Die Probleme mit der Brandschutzanlage sorgen weiter für Spekulationen über mögliche Kostenexplosionen und Zeitverschiebungen beim Bau des neuen Hauptstadtflughafens in Schönefeld. Flughafensprecher Ralf Kunkel wies am Mittwoch auf dapd-Anfrage Berichte über angebliche neue Hiobsbotschaften zurück. Nach aktuellen Informationen der beteiligten Firmen könne die Brandschutzanlage zum Jahreswechsel einem sogenannten Wirkverbundtest unterzogen und von Sachverständigen abgenommen werden, sagte Kunkel.
"Potsdamer Neueste Nachrichten" und "Tagesspiegel" (Mittwochausgaben) hatten zuvor berichtet, dass Ende Juli ein Volllasttest der Brandschutzanlage anstehe. Sollte der Test schief gehen, drohten Kosten und Zeitplan für den Flughafen komplett außer Kontrolle zu geraten. Insidern zufolge könne es passieren, dass der Airport auch im Jahr 2013 nicht fertig werde.
Die Eröffnung des Flughafens ist bereits zweimal verschoben worden. Als Hauptgrund für die jüngste Verschiebung von Juni 2012 auf März 2013 gelten Mängel bei der Brandschutz- und Entrauchungsanlage.
Laut den Zeitungen ist eine Eröffnung des Airports im März ausgeschlossen, wenn die Anlage bei dem Test Ende Juli nicht funktioniert. Es stünden Verzögerungen von sechs bis neun Monaten an. Die Folgekosten seien nicht absehbar. Weite Teile des Terminalbaus müssten gestoppt und neu konzipiert werden. So müsse ein System eingebaut werden, bei dem der Rauch im Falle eines Brandes nach oben statt unterirdisch abgeleitet werde. Das koste Zeit, Geld und vor allem Platz im ohnehin schon zu kleinen Terminal. Zudem müsse der Boden, unter dem die Brandschutzanlage jetzt installiert sei, wieder aufgerissen werden.
Kunkel sprach von einer "Aneinanderreihung von Spekulationen". Die Einzelteile der Brandschutzanlage würden laufend getestet. Im Frühjahr sei beispielsweise ein Brand im künftigen Duty Free Shop simuliert worden. Ein Feuer dort wäre wegen des gelagerten Alkohols mit dem Brand von sieben Autos vergleichbar. Die Anlage habe bei dem Test funktioniert. Es werde eine Vielzahl weiterer Tests geben.
Der Brandschutzanlage sei aufgrund der Größe des Flughafens sehr komplex fügte Kunkel hinzu. Das Terminal sei so groß, dass das Berliner Olympiastadion hineinpassen würde. Im Brandfall solle der Rauch über ein unterirdisches System von Klappen und Kanälen abgeleitet sowie Frischluft zugeführt werden. Wegen der großen Hitze würden Kanäle eingebaut, die 300 oder 600 Grad Celsius aushalten.
Bei zwei Tests seien hitzebeständige Kanäle implodiert, räumte der Sprecher ein. Grund dafür seien falsche Klappenstellungen gewesen. Dadurch sei beim Absaugen der Luft ein großer Unterdruck entstanden, was die Kanäle zerstört habe. An der Problemlösung werde gearbeitet.
Die beteiligten Firmen seien optimistisch, dass die neuen Termine gehalten werden können, betonte der Sprecher. Derzeit überprüfe der neue Technikchef Horst Amann die Zeitpläne. Bis zur Aufsichtsratssitzung Mitte August werde er herausfinden, ob sie realistisch sind.
dapd

http://www.airliners.de/verkehr/infrastruktur/ber-vor-grossem-brandschutztest/27618
Artikel vom 18.07.2012
BER vor großem Brandschutztest
Flughafen: Keine neuen Probleme
Beim Brandschutz am neuen Hauptstadtflughafen BER gibt es nach Angaben des Betreibers keine neuen Probleme. Man bereite sich auf einen "Wirkverbundtest" vor. Zeitungen hatten über mögliche Konsequenzen weiterer Fehlfunktionen spekuliert.
Die Probleme mit der Brandschutzanlage sorgen weiter für Spekulationen über mögliche Kostenexplosionen und Zeitverschiebungen beim Bau des neuen Hauptstadtflughafens in Schönefeld.
Flughafensprecher Ralf Kunkel wies am Mittwoch auf dapd-Anfrage Berichte über angebliche neue Probleme zurück. Nach aktuellen Informationen der beteiligten Firmen könne die Brandschutzanlage zum Jahreswechsel einem sogenannten Wirkverbundtest unterzogen und von Sachverständigen abgenommen werden, sagte Kunkel.
"Potsdamer Neueste Nachrichten" und "Tagesspiegel" (Mittwochausgaben) hatten zuvor berichtet, dass Ende Juli ein Volllasttest der Brandschutzanlage anstehe. Sollte der Test schief gehen, drohten Kosten und Zeitplan für den Flughafen komplett außer Kontrolle zu geraten. Laut den Zeitungen ist eine Eröffnung des Airports im März ausgeschlossen, wenn die Anlage bei dem Test Ende Juli nicht funktioniert.
Kunkel sprach von einer "Aneinanderreihung von Spekulationen". Die Einzelteile der Brandschutzanlage würden laufend getestet. Im Frühjahr sei beispielsweise ein Brand im künftigen Duty Free Shop simuliert worden. Die Anlage habe bei dem Test funktioniert. Es werde eine Vielzahl weiterer Tests geben.
Der Brandschutzanlage sei aufgrund der Größe des Flughafens sehr komplex fügte Kunkel hinzu. Im Brandfall solle der Rauch über ein unterirdisches System von Klappen und Kanälen abgeleitet sowie Frischluft zugeführt werden. Wegen der großen Hitze würden Kanäle eingebaut, die 300 oder 600 Grad Celsius aushalten.
Bei zwei Tests seien hitzebeständige Kanäle implodiert, räumte der Sprecher ein. Grund dafür seien falsche Klappenstellungen gewesen. Dadurch sei beim Absaugen der Luft ein großer Unterdruck entstanden, was die Kanäle zerstört habe. An der Problemlösung werde gearbeitet.
Die Zeitung berichtet weiter, Insidern zufolge könne es bei weiteren Problemen mit der Brandschutzanlage sogar passieren, dass der Airport auch im Jahr 2013 nicht fertig werde.
Weite Teile des Terminalbaus müssten dann gestoppt und neu konzipiert werden. So müsste ein System eingebaut werden, bei dem der Rauch im Falle eines Brandes nach oben statt wie bislang unterirdisch abgeleitet werde. Das koste Zeit, Geld und vor allem Platz im ohnehin schon zu kleinen Terminal. Zudem müsse der Boden, unter dem die Brandschutzanlage jetzt installiert sei, wieder aufgerissen werden. Die Folgekosten seien nicht absehbar.
Die beteiligten Firmen seien optimistisch, dass die neuen Termine gehalten werden können, betonte dagegen der Flughafensprecher. Derzeit überprüft der neue BER-Technikchef Horst Amann die Zeitpläne. Bis zur Aufsichtsratssitzung Mitte August werde er herausfinden, ob sie realistisch sind.

BERLINER MORGENPOST ONLINE
http://www.morgenpost.de/flughafen-berlin-brandenburg/article108316426/BER-versagt-Politikern-vollstaendige-Akten-Einsicht.html
18.07.2012 11:08
Flughafen
BER versagt Politikern vollständige Akten-Einsicht
In wenigen Wochen nimmt der BER-Ausschuss seine Arbeit auf. Doch mit Unterstützung der Rechnungshöfe können die Abgeordneten nicht rechnen.
Ab 30. Oktober 2011 wird der gesamte Flugverkehr der Region Berlin-Brandenburg in Schönefeld konzentriert. Beste Vorausetzungen dafür bietet das BBI-Terminal mit einer Startkapazität von bis zu 27 Millionen Passagieren pro Jahr. Am 7. Mai 2010 wurde für das Terminal Richtfest gefeiert - und so soll es einmal aussehen.
Am 3. Juni 2012 sollte der Flughafen Berlin Brandenburg International in Schönefeld eröffnet werden. Vier Wochen vor dem großen Tag wurde die Eröffnung verschoben. Zum zweiten Mal. Denn ursprünglich sollte der BER am 30. Oktober 2011 an den Start gehen.
Wenige Wochen vor dem Beginn der Arbeit des Untersuchungsausschusses zur geplatzten Flughafeneröffnung bahnt sich ein Konflikt zwischen dem Parlament und der Betreibergesellschaft an. Flughafenchef Rainer Schwarz kündigte am Dienstag an, dem Ausschuss möglicherweise nicht alle gewünschten Dokumente zu geben. "Dort, wo Betriebsgeheimnisse des Flughafens gefährdet sind, werden wir keine Unterlagen herausgeben können", sagte Schwarz bei einem Baustellen-Besuch von Abgeordneten der Piratenpartei.
Dokumente veröffentlicht
Der Untersuchungsausschuss soll nach Ende der parlamentarischen Sommerpause eingesetzt werden. Den Vorsitz wird voraussichtlich der Pirat Martin Delius übernehmen. Delius sprach am Dienstag davon, der Flughafen könne auch gerichtlich zur Kooperation verpflichtet werden. "Ich bin erst einmal vorsichtig optimistisch. Aber die Erfahrung aus anderen Untersuchungsausschüssen zeigt, dass man doch oft auf Klagen zurückgreifen muss", sagte Delius.
Die Piratenfraktion hatte am Montag mehrere Papiere zum Flughafen auf ihrer Internetseite veröffentlicht, die sie als nicht vertraulich einstufte. Darunter auch E-Mail-Wechsel. Schwarz kritisierte, darin seien personenbezogenen Daten von Mitarbeitern zu lesen gewesen. Delius kündigte an, eine neue Version der Dokumente bereit zu stellen.
Bei der Aufklärung der Hintergründe zur verschobenen Flughafeneröffnung können die Parlamentarier wohl nicht auf die Unterstützung der Rechnungshöfe von Berlin, Brandenburg und dem Bund hoffen – obwohl es auch um die Frage der Kostensteigerung um 1,17 Milliarden auf jetzt 4,5 Milliarden Euro geht. Kompetenzgrenzen und Personalknappheit verhindern eine tief gehende Prüfung der Kosten- und Terminprobleme, wie Anfragen der Nachrichtenagentur dpa ergaben.
Es sei auch eigentlich nicht die Aufgabe seiner Behörde, solche Dinge zurückzuverfolgen, sagte der Präsident des brandenburgischen Rechnungshofes, Thomas Apelt. Ein Sprecher des Bundesrechnungshofes sagte: "Wir können nur die Vertretung des Bundes in der Flughafengesellschaft prüfen." Die Flughafengesellschaft gehört zu je 37 Prozent den Ländern Berlin und Brandenburg sowie zu 26 Prozent dem Bund.
Zurückhaltend ist auch die Berliner Rechnungshofpräsidentin Marion Claßen-Beblo. "Es wird sicherlich nicht möglich sein, dass man rückwirkend das ganze Projekt überprüfen wird." Dazu fehlten den Rechnungshöfen schlicht die Mitarbeiter. Zwar habe man mit Brandenburg und dem Bund verabredet, sich eng abzustimmen, aber: "Wenn eine Prüfung überhaupt verabredet wird, wird das eher zukunftsgerichtet sein."

http://www.airliners.de/rahmenbedingungen/politik/diskussion-um-uebertriebenen-ber-schallschutz/27621
Artikel vom 18.07.2012
Diskussion um "übertriebenen" BER-Schallschutz
Brandenburger Landtag
http://www.airliners.de/rahmenbedingungen/politik/diskussion-um-uebertriebenen-ber-schallschutz/27621
Die brandenburgische FDP-Landtagsfraktion warnt vor einem einen "übertriebenen Schallschutz" am neuen Hauptstadtflughafen BER. Die jetzige Regelung sei ausreichend, die Gelder sollten besser in andere Infrastrukturmaßnahmen, Bildung oder Wirtschaft investriert werden.
Der Vorsitzende der brandenburgischen FDP-Landtagsfraktion, Andreas Büttner, hat sich gegen einen übertriebenen Schallschutz am neuen Hauptstadtflughafen BER ausgesprochen. Die Maßnahmen, um jegliche Überschreitung des Grenzwertes von 55 Dezibel in geschlossenen Räumen zu verhindern, würden 400 Millionen Euro extra kosten, sagte Büttner dem «Uckermark Kurier» (Donnerstag). Das Geld fehle für Infrastrukturmaßnahmen, Bildung, Wirtschaft - insbesondere in den Randregionen.
Zwar bräuchten die Menschen im Umfeld des Airports einen vernünftigen Schutz, betonte Büttner. Die jetzige Regelung, wonach der Grenzwert durchschnittlich weniger als einmal täglich überschritten werden darf, sei aber ausreichend. «Das ist im Vergleich mit anderen Flughäfen ein hervorragender Schallschutz und im Rahmen des Landeshaushaltes finanzpolitisch verantwortbar.»
In diesem Zusammenhang fragte Büttner an die Adresse von brandenburgischen CDU-Generalsekretär Dieter Dombrowski, woher dieser das Geld für seine Forderungen nach mehr Schallschutz hernehmen wolle. «Ich halte Dombrowskis Aussage, dass die Haushaltsfragen des Landes in dieser Frage zurückstehen müssen, für geradezu abenteuerlich.» Die Landesregierung hat für einen erweiterten Schallschutz am Flughafen in Schönefeld 222 Millionen Euro in den Haushalt des nächsten Jahres eingestellt.
Der Planfeststellungsbeschluss für den Flughafen regelt, dass der Fluglärm in Häusern nicht lauter sein darf als normale Gespräche - etwa 55 Dezibel. Es gibt aber unterschiedliche Auffassungen, ob und wie oft am Tag dieser Grenzwert überschritten werden darf. Das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg hatte im Juni entschieden, der bisherige Schallschutz reiche nicht aus. Die Flughafengesellschaft hat deshalb beim brandenburgischen Verkehrsministerium einen Klarstellungsantrag gestellt. Sie will erreichen, dass eine bis zu sechsmalige Überschreitung als zulässig gilt.

Berliner Zeitung
Politik - 16.07.2012
Piraten - Martin Delius im Gespräch
"Das Maß an Schauspielerei überrascht"
Der Piraten-Abgeordnete Martin Delius soll den Untersuchungsausschuss zum Berliner Flughafen leiten. Im Interview sagt er, was Politik ausmacht - und was seine Partei erst noch lernen muss.
Martin Delius sitzt für die Piratenpartei im Berliner Landtag. Im August soll der 28-Jährige zum Vorsitzenden des Untersuchungsausschusses gewählt werden, der das Chaos um den neuen Berliner Flughafen untersucht.
Herr Delius, machen die Piraten Sommerferien – oder weshalb ist es so ruhig um Ihre Partei?
Nein, die Piraten befinden sich mitten in einer Phase der Konsolidierung, das ist auch dringend nötig nach dem rasanten Wachstum der vergangenen Monate. In den Wahlkämpfen gab es einen großen Hype, weil es interessant war, wie wir uns von den etablierten Parteien unterscheiden. Jetzt müssen wir die Parteistruktur, unsere Organisation und das Inhaltliche voranbringen – das ist weniger öffentlichkeitswirksam.
Die Piraten fielen zuletzt vor allem mit gegenseitigen Vorwürfen und Partei-Austritten auf.Diese innerparteilichen Reibungsverluste zeigen, dass wir alles andere als etabliert sind. Innerhalb von einem Jahr haben wir unsere Größe verdreifacht. Viele neue Mitglieder sind zu uns gekommen, mit denen wir jetzt die Wertegrundlage neu verhandeln müssen. Das ist die Konsequenz unserer offenen Strukturen. Jeder hat die Möglichkeit, sich einzubringen, alles bisher Dagewesene kann er infrage stellen. Damit enttäuschen wir Leute, die sich etwas anderes unter uns vorgestellt haben. Der Prozess ist schmerzhaft, aber wichtig, um den Piratenhype in etwas Produktives zu verwandeln.
Was verhandeln Sie denn neu?
Jede Menge. Ich nenne Ihnen ein Beispiel: Die Piraten lösen sich gerade von der absurden Vorstellung, ein Landes- oder ein Bundesvorstand einer Partei unserer Größe könne nicht „politisch“, sondern nur „verwaltend“ tätig sein. Die Piraten sitzen in vier Landtagen, die Bundespartei hat 30 000 Mitglieder – unsere Vorstände haben jetzt ganz andere Aufgaben als noch vor einem Jahr. Daran schließt sich die Frage an, ob es nicht Zeit wird, unser Führungspersonal zu bezahlen – was ich im Übrigen für richtig halte.
Der Hype flaut etwas ab, in aktuellen Umfragen liegen die Piraten nur noch bei acht Prozent.
Auf Bundesebene sind die Piraten eine Zwei-Prozent-Partei, so viel hatten wir bei der Bundestagswahl 2009. Umfragen spiegeln wider, wie viel Öffentlichkeit wir generiert haben. In den Landtagswahlkämpfen gab es viele Berichte über uns, und wir lagen bei 13 Prozent. Inzwischen dominiert das Thema Europa, und wir haben es leider nicht geschafft, unsere Positionen dazu nach außen zu transportieren.
Hat es nichts damit zu tun, dass die anderen Parteien bei Ihnen gnadenlos abkupfern, wenn sie alle twittern und sogar die CDU Liquid Feedback einführen will?
Die Parteien bedienen sich nicht bei uns, sondern bei einer neuen Kommunikationskultur. Die Piraten sind nicht die Netzgemeinde, wir nutzen lediglich besser als die anderen neue Kommunikationskanäle. Machen Sie nicht den Fehler zu glauben, dass in einer Partei wie der CDU die Einführung einer elektronischen Software zur Willensbildung die Partei in ihren Inhalten und Zielen flexibler macht.
"Ich halte nichts von dem Ausdruck Schwarmintelligenz"
Was können sich die Piraten von den anderen Parteien abgucken?
Ich sitze jetzt ein Dreivierteljahr im Berliner Abgeordnetenhaus und muss sagen, das Maß an Schauspielerei im Politikbetrieb hat mich schon überrascht, diese Diskrepanz zwischen der Substanz in Sachfragen und der Darstellung nach außen. Plenarsitzungen sind ganz großes Theater, die einer klaren Dramaturgie folgen. Spielt man mit, kann man punkten – auch wenn es mit der Sache nichts zu tun hat. Verstehen Sie mich nicht falsch, auf der Sachebene, in den Ausschüssen, kann man extrem viel erreichen. Doch das Theater müssen wir lernen.
Jetzt sollen Sie als Vorsitzender den Untersuchungsausschuss zum Berliner Flughafen leiten.
Ich freue mich auf die Aufgabe, weiß aber auch, dass die anderen Fraktionen damit durchaus unterschiedliche Ziele verbinden. In den Reihen von SPD und CDU hoffen viele, dass der Ausschuss von einem Dilettanten geführt wird, im Chaos versinkt und möglichst wenig herausfindet. Bei Grünen und Linken gibt es hingegen die Erwartung, dass wir Piraten anders an die Sachverhalte herangehen – und gerade viel herausfinden.
Ist die Hoffnung berechtigt?
Ich glaube schon. Wir haben beispielsweise vor, alle nicht-geheimen Dokumente zu digitalisieren und im Internet zu veröffentlichen.
Die Schwarmintelligenz im Netz soll Ihnen bei der Arbeit helfen?
Absolut, auch wenn ich nichts von dem Ausdruck Schwarmintelligenz halte. Politische Veränderungen werden von Einzelnen und kleinen Gruppierungen angestoßen, nicht von einer diffusen Masse aller. Wir wollen aber allen Interessierten die Möglichkeit zur Mitarbeit geben: Flugroutengegnern, Bürgerinitiativen, Risikomanagern, Brandschutzexperten, Juristen. Ihre Informationen dürfen Sie uns auch anonym übermitteln. Mit den Mitteln, die wir als Opposition haben, kann man diese Aktenberge gar nicht allein durcharbeiten.
Wie verträgt sich der Umgang mit vertraulichen Akten mit dem piratischen Ideal der Transparenz?
Ich sehe da keine Schwierigkeit, und bin darüber auch nicht, wie zu lesen war, verzweifelt. Solange ich gut begründe, weshalb etwas nicht öffentlich gemacht werden kann, akzeptiert das die Partei.
Wann, glauben Sie, nimmt der Willy-Brandt-Flughafen den Betrieb auf?
Ich habe meine Zweifel, ob er jemals fertig wird. Je mehr ich in den Akten lese, je mehr ich Fachleuten zuhöre, desto größer wirkt auf mich der Berg an Problemen, die dieser Flughafen lösen muss, bevor dort die erste Maschine abheben kann.
Das Gespräch führte S. Hebestreit.

 

 

 


Bürgerverein Brandenburg-Berlin e.V.
anerkannt als gemeinnütziger Verein und Umweltverband
Postanschrift: BVBB, Postfach 52, 15828 Mahlow

http://www.bvbb-ev.de


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