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Das heilige Hahnenei -Lyrik von Rainer Oertel


Marktstrategen 

Das Bedürfnis geweckt, den Markt abgecheckt,
Lobbyisten, auf Renditen eingeschworen.
Politiker dann, in den Chor integriert
Und schon liegen sie uns in den Ohren.

Sie singen von Mangel, von Zukunft und Mut
Und sie wollten sich für uns verwenden.
Wenn wir ihnen folgten, dann wird alles gut.
Sie würden den Notstand beenden.

Die Schau wird schwungvoll inszeniert.
Getragen von geübten Solisten.
Bevor dann die Masse das Ausmaß kapiert,
planieren sie längst ihre Pisten.

Und von ihren Tribünen ertönt die Musik
Von Wohlstand und traumhaften Stränden.
Nur dumm, wenn der Zeitplan die Schau überzieht
und der Bürger die Bühnen von hinten besieht,
Dann gilt es die Schau zu beenden.

 

Marktstrategie 

Der Mensch ist ein Gewohnheitstier,
auf zeitbegrenzter Reise.
Was er begehrt, das steuern wir
auf ganz spezielle Weise.

Der Mangel ist des Menschen Pein,
da lässt sich’s prima lenken.
Wir richten die Versorgung ein
Und winken mit Geschenken.

Wir bringen diesen Menschen bei,
was sie so haben sollten.
Von uns erfahr‘n sie schließlich auch
was sie gern machen wollten.

Ihre Obrigkeitskonformität
ist etwas problematisch.
Doch vollgequatscht von früh bis spät,
wird Mensch recht bald apathisch.

Nur sollte man – beim Flugplatzbau -
den Zeitplan nicht verpassen!
Sonst wacht der Bürger wieder auf,
Stellt Fragen und beharrt darauf,
den Unfug sein zu lassen.

 

Abflug der Zukunft

Freier Flug für freie Bürger. Freies Landen für den Gast.
Das Fliegen wird zum Grundbedürfnis. Der Fortschritt würde sonst verpasst.

Der alte Mensch muss akzeptieren, dass er ein neuer werden muss.
Nur so kann Zukunft expandieren.
Die Nachsicht ist der Weisheit Schluss.

Wie mild klingt doch des Fliegers Dröhnen im wild lebendig Zukunftskleem.
Berlin wird nun noch lebensnäher.
Es dröhnt, Berlin, wat bist du scheen.

Wer dies kapiert, sieht in den Fliegern kein nerventötend Ungemach.
Nein, er begreift sich bei den Siegern. Denkt über Kauf von Aktien nach.

Die Zukunft kann verhökert werden. Wer's richtig trifft, erzielt viel Schmott. Der Dumme, der auf Heimat setzte,
der tut mir leid, der geht bankrott.

 

Abflug der Zukunft 2

Das laute Leben wird noch lauter.
Der Dauerstress macht Menschen krank. Es wird gehastet wie bescheuert.
Der Aufschwung wirbelt. Gott sei Dank?

Die Wirtschaft ringt um Zukunftswerke. Der Mensch ist ihr nicht einerlei.
So lebensnah wie irgend möglich ist er jetzt sinnlich mit dabei.

Der Zukunftspuls gehört beschleunigt mit Flügelschlag und Düsentrieb. Politiker streu'n Optimismus.
Seid tolerant und habt euch lieb!

Die Schöpfung gilt es zu frisieren, weil stets sich Mangel offenbart. Es mit Besinnung zu probieren?
Ist lebensfremd – wird ausgespart.

Was lohnt es, wenn man Landschaft schützt, wenn's nur der Allgemeinheit nützt?

Wenn Wirtschaft boomt, dann hat sie recht. In Zukunft muss man siegen.
Was wiegt der Ruf, es ging wem schlecht? Ihr könnt jetzt alle fliegen.

 

Abflug der Zukunft 3

Jeder ärgert sich für sich.
Ob unbewusst, ob fürchterlich.

Das Ungemach dient hohen Zwecken. Spielt mit der Weisheit gern verstecken.

Weil man es stückchenweis servierte. Die Masse es erst spät kapierte.

Das Ausmaß seiner Dimension. Zurück!? Zu spät!!! Da ist es schon.

Der Fortschritt dröhnt nun Stund um Stund. Schaut weg! Hört weg! Bleibt schön gesund!

 

 

 

 

 

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