Das Magazin „Der Spiegel“ hat in seiner jüngsten Ausgabe zwei Seiten für ein Interview mit MP Platzeck geopfert. Was Platzeck dort zu 20 Jahre Deutsche Einheit zum Besten gegeben hat, ist eine Enthüllungsgeschichte über einen Politiker, der in der Vergangenheit lebt, unverschämt mit zweierlei Maß misst und mit zwei Gesichtern das Publikum beglückt. „Ich verlange Respekt“ so auch der Titel des Interviews. Respekt verlangt er von imaginären Menschen in der Bundesrepublik – Alt. Sein Klagelied geht gegen eine Wiedervereinigungspolitik, die für ihn ein „Anschluss“ und keine Vereinigung war. Dieser Mangel, keine neue Nationalhymne, keine Verfassung in der auch Verdienste des sozialistischen DDR – Systems anerkannt und von den Bundesbürgern – Alt hätten respektiert werden müssen. Hier liegt nach Platzeck dann auch der Grund, warum das vereinte Deutschland bei vielen Bürgern der ehemaligen DDR noch nicht angekommen ist. Dass die Hauptschuld für diese nach Platzeck „versagte“
Wiedervereinigung bei der freigewählten Volkskammer der durch Volkeswille untergegangenen sozialistischen Diktatur liegen könnte, hat der „Respektforderer“ nicht registriert. Es war diese Volkskammer, die erste freigewählte Regierung der untergegangen DDR und der Mehrheitswille des Volkes, das so schnell wie möglich vereinigt werden wollte. Die „Platzecks“, mit dem Wunsch nach einer Vereinigungsexperimentierpolitik hatten keine Mehrheit und keine Legitimation. Das gehört zur Wahrheit, die Platzeck wohlweislich verschwiegen hat, um populistisch seinen Respekt einzufordern.
Aber, man kann so denken wie Platzeck, auch solche Gedanken sind frei! Nur Platzeck, gemessen an seinem Respekt vor Bürgern und ihren Sorgen kann von anderen keinen Respekt verlangen. Es ist der Platzeck, der jeden Respekt vor den Opfern, z. B., seiner Flughafenpolitik verweigert. Er begründete nie, warum er den heute hochgejubelten Standort „BBI – Schönefeld einst für ungeeignet hielt, für unmenschlich – und heute jeden verurteilt der seine Vergangenheit vertritt. Schlimmer noch Platzeck verachtet die Menschen, die durch seinen Wendehals nun um ihre Gesundheit fürchten, quasi enteignet werden, weil ihre Häuser, ihre Region mit einem unerträglichen Lärmteppich beschallt werden. Dass, so sein eigener Gutachter, auch noch 15% der Kinder einer jeden Generation krank durch Fluglärm werden, ist ihm egal. Betroffen sind da 120.000 Menschen über Generationen, sicher 20.000 Kinder und Jugendliche, 25.000 Besitzer von privatem Eigentum. Dass ganze Gemeinden und ihre Bürger keine Lebensqualität, keine ortsnahen Erholungsgebiete mehr haben, Kinder in Akustikkäfigen unterrichtet und Menschen mit Ventilatorbelüftung schlafen müssen, interessiert diesen „Respektforderer“ nicht. Menschenrechte nach Grundgesetz hängt er niedriger als seine Krokodilstränen über die Verweigerung einer Nationalhymne als Identitätsstiftende Musik.
Wie unanständig, feige und respektlos es ist, sich den Opfern seiner Politik nicht persönlich zu stellen, nimmt er nicht wahr. Bürgerinitiativen, die für die Rechte dieser Bürger kämpfen sind quasi Staatsfeinde, die mit allen Mitteln des Machtapparates und der Polizei bekämpft werden und die Millionen EURO aufbringen müssen, um seine Respektlosigkeit zu bekämpfen. Besorgte Bürger, Bürgermeister oder Bürgerinitiativen, wie der BVBB, die Briefe an ihn richten, bekommen keine Antwort. Sie werden arrogant ignoriert. Deren Briefe landen ebenso im Papierkorb wie ihr Anliegen. Das ist auch noch unanständig, immerhin handelt es sich um Bürger, von denen der „Respektforderer“ sein Gehalt bezieht.
Wer von anderen Respekt einfordert und selber seine Taten mit kalter Respektlosigkeit begeht muss sich fragen lassen, nach welchem Charakterbild er handelt. Er ist nicht nur selber respektlos, sondern auch noch mit einer Kinderstube beglückt, die ihm Anstand wohl nicht beigebracht hat. In jedem Fall muss er sich vorhalten lassen, dass er kein Recht darauf hat Respekt von anderen einzufordern, weil er selber respektlos ist.







